Wandkalender: NO SENS

Vielleicht ist es wie bei den Inuit. Diese haben über 100 Wörter für Schnee, der sie überall umgibt und ihr Leben prägt. Kokolores, Firlefanz, Mumpitz … – wir haben 78 Wörter für „UNSINN“ gefunden … Zwölf besonders lautmalerische Perlen wollen wir hier preisen und sie im Schnitt 30 Tage lang betrachten!

Der Kalender wurde beim Gregor calender award mit BRONZE ausgezeichnet.

Kokolores bedeutet so viel wie „Blödsinn“, „Unfug“, „Nonsens“, aber auch „Geschwätz“ oder „Getue“. Die Herkunft des Wortes ist bis heute nicht geklärt. Es wird diskutiert, ob der Ausdruck womöglich von dem mittelniederdeutschen Wort Gokeler („Gaukler“) abgeleitet wurde. Die Verbindung zur Gaukelei würde auch erklären, wieso sich Kokolores und Firlefanz in der Bedeutungso sehr ähneln. Alternativ wird Kokolores auf den Ruf des Hahns bezogen, welchem Stolz und Prahlerei nachgesagt wird.

Wer sich in früherer Zeit einen Unfug oder eine Beleidigung erlaubte, konnte dafür mit dem Abschneiden der Haare bestraft werden. Ein geschabter (geschorener) Nacken war demnach ein Zeichen für eine begangene Missetat. Im 14. Jahrhundert war der „schavernac“ außerdem eine Kopfbedeckung, die den kahlen Nacken vor Regen und Kälte schützte, eine Art mittelalterlicher Südwester. Während der Hut irgendwann aus der Mode geriet, ist die Bedeutung Schabernack als Missetat geblieben, wobei sich diese über die Jahrhunderte zum mehr oder weniger harmlosen Streich aufweichte.

Larifari bedeutet oberflächliches Gerede, dummes Geschwätz und Unsinn. Der melodische Klang kommt ursprünglich aus der Musik. Die Silben „la re fa re“ sind italienische Notennamen, wie man sie aus der C-Dur-Tonleiter kennt: „do re mi fa sol la si do“. Die heutige Bedeutung erklärt sich über Silben, die nur gesungen werden und ansonsten keinen Sinn ergeben wie z. B. „tralala“.

Das Wort Schnickschnack hat seinen Ursprung im niederdeutschen Verb „schnacken“ (plaudern, reden). Ursprünglich meinte es also leeres Gerede. Über die Bedeutung „unsinnig, ohne praktischen Nutzen“ bezog sich das Wort ab dem 19. Jahrhundert zunehmend auf unnötige Gegenstände, die unseren Alltag immer mehr beherrschen.

Die schönste Erklärung des Wortes Fisimatenten gibt indes nicht die Wissenschaft, sondern die volkstümliche Deutung. Danach geht der Ausdruck Fisimatenten nämlich auf „Visitez ma tente“ – „Besuchen Sie mein Zelt“ – zurück. Ein Satz, mit dem französische Offiziere zur Zeit der Napoleonischen Kriege deutsche Mädchen zu einem Rendezvous unter der Zeltplane eingeladen haben sollen.